Wiener Musicalsommer (04.08.2012 Rathaus Arkadenhof)

Ein Konzert, auf das ich mich schon länger gefreut habe. Hauptsächlich natürlich wegen Maya Hakvoort, aber auch wegen Jan Amman und Oliver Arno, die ich noch nie live gesehen hatte. Über beide hatte ich im Vorfeld schon das ein oder andere gehört, so war ich gespannt, wie mir die beiden Herren gefallen würden. Ein solches Konzert ist freilich keine Musicalvorstellung und man kann sich dadurch kaum ein Urteil bilden, wie jemand eine Rolle wirklich spielt. Aber man erhält für den Anfang einen Eindruck, wie jemand singt.
Das Programm hat mir sehr zugesagt, die Musiknummern stammten größtenteils aus Musicals, die in Wien entstanden sind, oder dort groß wurden. Für die nachfolgende Auflistung danke ich dem österreichischen Musicalfans-Forum, leider gab es an Ort und Stelle kein Programm zu kaufen. Durch den Abend geführt hat Marika Lichter.

Mozart
Mozart/Hier in Wien-Medley – Musicalakademie Graz
Warum kannst du mich nicht lieben – Oliver Arno
Wie kann es möglich sein – Jan Ammann
Gold von den Sternen – Marika Lichter

Jekyll & Hyde
Dies ist die Stunde – Jan Amman
Jemand wie du – Maya Hakvoort
Gefährliches Spiel – Jan Amman und Maya Hakvoort

Klimt
So zu lieben - Musicalakademie Graz

Freudiana
Dora – Oliver Arno

Rudolf
Weg in die Zukunft – Musicalakademie Graz

Rebecca
Gott, warum – Jan Amman
I’m an american Woman – Marika Lichter
Rebecca – Maya Hakvoort
Ich hab geträumt von Manderley – Alle

PAUSE

Tanz der Vampire
Finale – Musicalakademie Graz
Für Sarah – Oliver Arno
Die unstillbare Gier – Jan Amman
Totale Finsternis – Jan Amman und Maya Hakvoort

Romeo und Julia
Verona – Musicalakademie mit Oliver Arno

Die Schöne und das Biest
Wie kann ich sie lieben? – Jan Amman
Die Schöne und das Biest - Marika Lichter und Oliver Arno

Elisabeth
Prolog – Musicalakademie Graz
Der letzte Tanz – Jan Amman
Nur kein Genieren – Marika Lichter
Ich gehör nur mir – Maya Hakvoort
Wenn ich tanzen will – Maya Hakvoort und Jan Amman

Zugabe
Die Schatten werden länger – Jan Amman und Oliver Arno

Geglänzt haben nicht nur die Darsteller und Innen mit ihren großen Songs, sondern auch die Mädels und Burschen von der Musicalakademie Graz mit gelungenen Ensemblenummern, die jeweils passend kostümiert, das Ganze wunderbar abgerundet haben. Es hat mich gefreut, dass auch ein Lied aus Freudiana mit dabei war, denn obwohl ich dieses Musical nicht gesehen habe, weil ich damals noch viel zu klein war, gefällt mir die Musik sehr gut. Auch Gustav Klimt kenne ich noch nicht, was sich allerdings bald ändern wird, und “So zu lieben” von zwei Mädels der Akademie hat Spannung geschürt. Ein schönes Damen-Duett.
Meine Highlights waren definitiv sämtliche Lieder von Maya – die wieder unglaublich hübsch aussah – allen voran “Rebecca”. Letzten Herbst durfte ich sie auch als Danvers erleben (siehe Bericht Rebecca St.Gallen) und war schwerst beeindruckt. Stark war an diesem Abend auch Jan Ammans “Unstillbare Gier”, er hat eine tiefe volltönende Stimme, die hervorragend zum Grafen oder auch zu Maxim de Winter passt. Für diesen Song erhielt er tosenden Beifall und Standing Ovations. Oliver Arno mochte ich ebenfalls, wenn er mich auch nicht so gefangen hat, wie das Jan Amman gelungen ist. Und Maya konnte natürlich nicht von dieser Bühne gehen, ohne ihren Paradesong, “Ich  gehör nur mir”, für den sie ebenfalls stürmischen Applaus und Ovationen erhielt. Im Duett haben Jan Amman und sie, finde ich, gut harmoniert, wobei meine persönliche Reihenfolge “Gefährliches Spiel”, “Wenn ich tanzen will” und “Totale Finsternis” lautet. Oh, ich hätte Maya zu gern mal als Lucy gesehen, stelle ich mir interessant vor.
Marika Lichter hat humorvoll die Moderation übernommen und es wäre vielleicht kein Fehler gewesen, es auch dabei zu belassen. Lieder wie “Gold von den Sternen” sind leider einfach nicht für ihre Stimme geeignet, meinen meine Ohren. Tiefere Parts wie “Nur kein Genieren” kommen ihr viel mehr entgegen. Reichlich seltsam fand ich es von ihr, die Werbetrommel für Rebecca in Stuttgart zu rühren, während Maya daneben stand, die ab Ende September wieder als Danvers in St.Gallen auf der Bühne stehen wird. Sie hätte auf jeden Fall beide Produktionen erwähnen können.
Alles in allem war es ein gelungener Abend, der mit einem sehr schönen “Die Schatten werden länger” als Zugabe ausklang. Die Location auf dem Arkadenhof des Wiener Rathaus hat Flair, wenn auch durch die hohen Wände das Zeltdach nicht die beste Akustik. Für die Musik sorgte ein kleines Orchester unter der Leitung von Herwig Gratzer. Das Ganze wurde außerdem optisch mit stimmungsvollen Projektionen untermalt, die ich sehr passend ausgesucht fand. Und es ist ganz toll von allen vier Künstlern, dass sie sich für den Musicalnachwuchs engagieren. Ich hoffe auf eine Neuauflage im nächsten Jahr, Marika Lichter deutete ja schon so etwas an. Man darf also gespannt sein!

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